Übersichtskarte

Bald geht es los

Donnerstag, 04.08.2016

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.

Tag 0 - Ankunft in Stockholm

Sonntag, 07.08.2016

Nach 2h Flug von München mit Norwegian Air (einfach 280 Euro für 4 Personen) landen wir mit 40 Minuten Verspätung in Stockholm und übernehmen direkt vor Ort einen neuen Toyota Avensis Kombi als unseren Mietwagen für die nächsten 14 Tage (350 Euro inkl. VK und TK mit Selbstbeteiligung, wenn man 9 Monate vorher bucht). Mit leerem Magen ( bei diesem Flugpreis gab es keinerlei Verpflegung, nicht einmal alte Nüsse im Minibeutel :-)  wagen wir  noch schnell einen "Donken Deal" (Cheeseburger + kleines Getränk für sagenhafte 20 Kronen = 2,10 Euro) beim "Gasthof zum Goldenen M", bevor wir uns in das Zentrum von Stockholm begeben, wo uns die HMS Monika, ein in einem Wasserkanal liegendes Segelschiffhotel mit nur 4 Zimmern, für 3 Nächte erwartet. Wir parken direkt am Schiff und erkunden unsere 4-Betten-Kajüte und setzen uns an Deck um diese ersten Zeilen zu schreiben...morgen geht die Stadterkundung Stockholm dann so richtig los....hier die ersten Bilder aus Stockholm. Ach ja, und schön, dass uns wieder ein paar treue Blogleser folgen! (die wichtigsten Preise  zw. Kosten gebe ich zur Orientierung, wie jedes Jahr, für Interessierte und evtl. Nachahmer an).

Tag 1 - Stockholm - Altstadt - Djurgarden

Montag, 08.08.2016

Nach einem leckeren schwedischen Frühstück an Bord laufen wir (bei ca. 21 Grad) zunächst an der Uferpromenade entlang Richtung Altstadt bzw. Meer. Auf dem Weg begegnen uns Unmengen von Joggern und eine sehr abwechslungsreiche Architektur. Nach Passieren einer für Stockholm typischen Fahrradleihstationen erreichen wir schließlich das am Meeresufer liegende Rathaus in einer beeindruckenden Stadtkulisse...

 

Schnell wird klar, wie man sich auch noch in Stockholm fortbewegen kann, per Bahn, Boot oder Kayak oder Touribus.

Wir überqueren das Wasser und betreten die quirlige Altstadt mit Shops und Sehenswürdigkeiten...

Am Palast des Königshauses findet gerade die Wachablösung statt...

Weiter geht es durch viele, touristenbepackte Gässchen zum Schiffsanleger Slussen, von dem aus wir mit der Fähre auf die Insel Djurgarden übersetzen (ca. 15 Minuten, 20 Euro hin/ zurück) um das berühmte Vasa-Museum zu besuchen, in dem um ein perfekt restauriertes ganzes Segelschiff von 1624 ein ca. 40m hohes Museum erbaut wurde. Auf mehreren Ebenen gewinnt man einen tollen Einblick in die "Gustav Vasa", die erst 1961 aufwändig geborgen und für Millionen konserviert wurde. Ca. 2h benötigen wir für die 6 Ebenen und es kommt keine Langeweile auf. Hier einige Bilder von der Überfahrt, und Djurgarden, samt Vergnügungspark (den wir ausgelassen haben) und dem besagten Vasamuseum: 

 

  

Auf dem Heimweg sind dann noch ein paar Schnappschüsse gelungen..

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Am Hotelschiff genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages...

 

 

 

Tag 2 - Stockholm - Prinz Eugen sammelte Bilder

Dienstag, 09.08.2016

Nachdem wir gestern 8h zu Fuß unterwegs waren und abends bereits erste orthopädische Reha-Maßnahmen ?einleiten mussten, nehmen wir heute das Mietauto etwas zu Hilfe und parken nahe der Fußgängerzone um zu shoppen. Auf der langen Einkaufsmeile "Drottninggatan" sind die gängigen Marken, meist in edler Geschäftsaufmachung, anzutreffen, jedoch fehlt das gemütliche, gute alte deutsche Kopfsteinpflaster um wirklich gemütliche Einkaufsstimmung zu erzeugen. Dafür gibt es auffallend viele moderne schwedische Väter zu sehen, die ganz alleine mit Kinderwagen unterwegs sind. Über den Verbleib der dazugehörigen Mütter können wir nichts sagen, evtl. sind sie aber beim Joggen und telefonieren gleichzeitig (so zig-fach beobachtet auf der Joggingstrecke neben unserem Boot). Dafür haben wir eine Quelle für "Smörrebröd" ausgemacht...

So schlagen wir uns eher in die Seitenstraßen und entdecken den Marktplatz vor dem wunderbar blauen Konzerthaus, wo sich die Kinder mit aktuellen Fußballtrikots ausstatten und wir einen gepflegten Capuccino im Haymarket Hotel einnehmen.

Nachdem schließlich jeder von uns die Urlaubskasse erfolgreich mit dem Kauf eines ganz wichtigen Kleidungsstücks strapaziert hat, fahren wir, diesmal mit dem PKW, nochmals nach Djurgarden, um den gemütlicheren, südlichen Teil zu erkunden.Wir besuchen Prinz Eugens Waldemarsudde („Kap, Landzunge“),  mit der gleichnamigen Villa darauf. Das Gebäude ist heute ein staatliches Kunst- und Freilichtmuseum mit Erholungspark Frisens Park.

Die Wohnung sowie Prinz Eugens Kunstsammlung und auch von ihm gefertigte Gemälde können besichtigt werden. 

Eine alte Windmühle und das "gelbe Haus" aus dem 18. JH liegen nahes des Museums, welches ca. 25 Euro Eintritt kostet für 2 Erwachsene ( Kinder sind dafür immer kostenlos in Museen). Hier ein paar Bilder, die uns gefallen haben. Eins davon ist ein Originalpicasso - welches, dürft Ihr raten!

 

Gegen 17 Uhr verlassen wir Djurgarden und essen gemütlich in den mondänen Markthallen von Stockholm und zwar typisch - texanisch...was sonst! ?

Das wars für heute. Morgen geht es südlich nach Nyköping zu unserer ersten AirBnB Unterkunft in diesem Urlaub...

 

Tag 3 - Wunderbare Ostküste - von Stockholm nach Oxelösund

Mittwoch, 10.08.2016

Direkt nach dem Frühstück nehmen wir zunächst die Autobahn Richtung Nyköping um uns an der Ostküste entlang südwärts auf den Weg zur nächste Unterkunft nahe Oxelösund zu machen. Bei Trosa wechseln wir auf die küstennähere Landstraße um gleichnamigen Ort anzufahren. Auf dem Weg lockt ein Wegweiser zum Schloss Tullgarns, ein kurzer Umweg, der sich lohnen soll, da wir ein perfekt restauriertes Schloss direkt am Meer vorfinden, samt Stallungen, Orangerie und Heckenlabyrinth. Den Eintritt verkneifen wir uns diesmal, da die Lage und das Äußere an sich schon genug sind. Seht selbst...

Wir fahren weiter zum eigentlichen Zwischenziel Trosa, einem wunderbaren schwedischen Kleinstadt, sehr romantisch an einer Meeresmündung gelegen, versehen mit vielen kleinen Brücken und typisch schwedischen Wildgärten. Bei Nilsons Cafe decken wir uns mit landestypischen Zimtschnecken für den Snack am Nachmittag ein. Hier ein paar Impressionen...

Nach ein paar Kilometern nehmen wir spontan eine Abzweigung ans Meer, die einen Badeplatz am Meer und ein Naturschutzgebiet  verspricht. Nach 10 Minuten erreichen wir einen einsamen Parkplatz, direkt an einer äußerst windigen Badebucht gelegen, die bei 16 Grad nicht gerade einladend wirkt. So schlagen wir uns ins Gebüsch und erkunden den windberuhigten Wald, dessen Pfade mit roten und blauen Beeren und schönen, weißen Flechten gesäumt sind. Ein kurzer  Schlangenalarm stellt sich zum Glück als Blindschleichenmeeting heraus, für ein Foto hält sie kurz still und verschwindet wieder im Unterholz. Elias als Schlangen-und Reptilienfan kommt voll auf seine Kosten und sucht nun - zum Leidwesen von Barbara - überall nach echten Schlangen :-)...hier ein paar Eindrücke...

Wir verlassen Trosa Richtung 219 und entdecken nach wenigen Kilometern weiter südlich einen Wegweiser zum "Naturum", eine Naturlehrstation, direkt an einer Schäreninsellandschaft gelegen, die berühmt dafür ist, dass sie einige Inseln durch kleine Brücken verbindet. Vom letzten Parkplatz vor dem Naturum aus, wandern wir durch einen schönen felsendurchsetzten Kiefernwald, der uns schließlich an einen der schönsten Orte bringen wird, den wir in Urlauben je entdeckt haben. Fast alleine erkunden wir 1h zu Fuß die sonnendurchflutete Insellandschaft und genießen Sonne, Wasser, Fels und Wald, die hier perfekt hamonieren..seht selbst unseren Weg zum Naturum.

 

Nun wird es Zeit  noch etwas für die Unterkunft und das Abendessen einzukaufen und unser kleines Schwedenhäuschen nahe Öxelesund anzulaufen. Dort angekommen erwarten uns die Vermieter bereits und weisen uns mit diversen Fotomappen in das Häuschen und die Umgebung ein. Wenig später kochen wir unser erstes selbsgemachtes Abendessen und so wird es bis zum Ende nun sein, da wir sonst 70-80 Euro pro Mittag- oder Abendessen zu viert rechnen müssten...als sich nach dem Essen hohe imposanten Wolkentürme in einem 2-Minuten-Blitzregen entladen, staunen wir zum Abschluss eines wunderbaren Transfertages über einen ganzen Regenbogen, direkt über unserem Haus...was will man mehr?

Tag 4 - 1 Riesen-Igel, 2 Micky-Mäuse und 3 Waffelsünden auf Oxelösund

Donnerstag, 11.08.2016

Heute gilt es zunächst die direkte Umgebung unseres Hauses auf dem Land zu erkunden. Wir laufen bei 14 Grad und in Richtung dunkler Wolken in ca. 30 Minuten zum nahe gelegenen Meer. Auf dem Weg begegnen uns eine Warnung vor den berühmt berüchtigten schwedischen Riesenigeln, eine rotschwänzige Raupe und ein Pferd auf dem Flur  im Meer ?...hier der Fotobeweis...

Da es zu ungemütlich wird, laufen wir zurück, nehmen das Auto und erkunden die diversen kleinen Buchten von Oxelösund. In Jogesö erwartet uns ein leerer Sandstrand, mehrere lange Piers und nette Felsen am Rand eines Kiefernwaldes. Wir fangen ein paar Sonnenstrahlen ein, Juliana testet die Wassertemperatur und Elias angelt mit seiner kleinen Wickelangel.

Nach 1h zieht es uns in die nächste Bucht, die für ein Waffelcafe berühmt ist. Dort angekommen liegt besagte Waffeloase idyllisch in die typische Schärenlandschaft eingebettet. Wir ziehen eine Nummer wie früher beim Metzger im Kaufhaus und warten auf einer der netten Holzsitzgruppen, dass wir eine der Waffelsünden bestellen  bzw. verspeisen dürfen. Und das Warten lohnt sich....man bekommt sogar eine all-you-can-drink Kaffeetasse geschenkt, mit der wir beim nächsten Mal (= morgen!!!) Rabatt auf Alles bekommen...

Vor der Weiterfahrt machen die Kinder noch einen kleinen Balanceparcour und wir relaxen in Liegestühlen am Cafestrand  mit Ausblick auf kleine Inseln.....

Weiter geht es - mit Sünde im Bauch - in die nächste Bucht, Femör...irgendwie, dort erklimmen wir über einen Waldweg eine Felsanhöhe, die früher ein schwedischer Atomwaffenstützpunkt war. Der Ausblick aufs offene Meer ist wunderbar...alles glitzert..

Zum Abschluss des Tages fahren wir in den alten Hafen von Öxelsund, der von einer kleinen Anhöhe umgeben ist, die viele bunte, alte Häuser und das schönste Cafe der Umgebung beherbergt. Wohl als letzte Touristen des Tages vor Ort checken wir schon mal die krabbenlastige Speisekarte für einen evtl. Besuch morgen. Mit einem Rundumblick schließen  wir unsere heutige Ausflugstour ab und essen, zurück im Häuschen, Köttbullar mit Reis...was sonst...

...nun spielen die Kinder vor dem Haus Fußball, Barbara liest ihren Schwedenkrimi und ich beende für heute meine Berichterstattung...bis morgen!

Tag 5 - Oxelösund - Ausflug Nyköping & schwedische Besonderheiten

Freitag, 12.08.2016

Nachdem wir gestern bereits die direkte Umgebung ausführlich erkundet haben, stehen heute nur 3 Kleinigkeiten auf dem Programm: Fahrt ins 7km entfernte Nyköping, Wiederholung der gestrigen Waffelsünde und Besuch des Lieblings-Badefelsens unserer Vermieterin. 

Nyköping

Mit ca. 30000 Einwohnern ist Nyköping eher überschaubar. Es wird von einem schönen Flüsschen durchzogen, welches auch dort direkt ins Meer mündet. Wir unternehmen einen sonnigen Spaziergang ca. 30 Minuten am stark meandernden Fluß entlang bis zur Festung kurz vor der Mündung und laufen auf der gegenüberliegenden Seite zurück durch die kleine Shoppingzone, über den Marktplatz zum Auto. Am Markt besuchen wir als Zwischenstopp ein nostalgisches Cafe, wo wir günstige 19 Euro zahlen für 2 Capuccino, 1 Fanta, 1 x Kinderspaghetti Bolognese, 1 Vollkornbaguette mit Rote Beete-Salat und Hackfleischbällchen oben drauf und 1 typisch schwedische Zimtschnecke; Wasser und Kaffee darf man sich übrigens in Schweden immer wieder kostenlos nachholen, wie auf Island). Hier eine kleine Fotostrecke dazu...

Die roten Doppelhaushälften in Nyköping im Vergleich zu einer "Villa Kunterbunt" in Öxelösund.

Der Badefelsen nahe unseres Häuschens

Nachdem wir ihn gestern nicht gefunden haben, machen wir heute einen zweiten Anlauf, entlang einiger netter, neidisch machender Ferienhäuser mit Meergrundstück, und werden fündig. Es reicht für eine Kneipp-Kur und weitere Angelversuche....immerhin ist es etwas wärmer als gestern, wenn auch windig...

Zugegeben, wir sind nur hierhergelaufen um einen richtigen Waffelhunger aufzubauen und eine weitere Sünde zu rechtfertigen ( siehe gestern).  Also fahren wir 5km zum Skärgardsvaffeln-Restaurant und genießen diesmal still...den erneuten Anblick dieser Köstlichkeiten kann man niemand zumuten ....

Schwedische Besonderheiten 

Heute war ja nicht so viel los, da habe ich Zeit, noch auf andere Dinge einzugehen, die uns aufgefallen sind.

Das Essen ist auf Märkten und in großen Supermärkten nicht so teuer wie gedacht und richtig lecker. Die Marktstände werden dominiert von Blaubeeren und frischen Pfifferligen, welche nicht von Tschernobyl verseucht sind. Auf Speisekarten findet sich immer Köttbullar mit Rote-Beete-Salat, ein fast gesunder Sattmacher. Und von den leckeren Zimtschnecken bleibt meist kaum was übrig, wenn man sie mal aus der Hand gibt...

 

Offene Feuerstellen sind in Schweden keine Seltenheit und werden selbst in Naturschutzgebieten öffentlich eingerichtet und gepflegt. D.h. man kann davon ausgehen, dass sogar frisches Feuerholz bereit liegt..unglaublich!

Wer noch mal schnell bei Oma aus einem öffentlichen Fernsprecher anrufen will, wird sich hier schwer tun...dafür findet sich vielleicht der nächste Schweden-Roman...

Lange haben wir auch gerätselt, warum wir auf all den riesigen Getreideflächen noch keinen Traktor zu Gesicht bekommen habe...nun haben wir die Lösung nahe unseres Hauses vor ein paar weißen Heuballen entdeckt... die Traktoren schauen halt einfach etwas anders aus...nicht so schwedisch..

Nicht lösen konnten wir bisher die Fragen: warum leuchten manche Toiletten in Stockholm? und warum gab es auf dem Museumsklo von Prinz Eugen auf Djurgarden Plastikbecher neben der Kloschüssel?...wir haben uns jedenfalls nicht getraut eine Urinprobe am Infoschalter bzw. im Museumsladen abzugeben...

Morgen fahren wir weiter nach Kisa zu einem "Herrenhaus am See", unserer nächsten AirBnB Unterkunft, aber erst am Abend - denn vorher geht es ganztägig in den größten Zoo von Nordeuropa, nach Kolmarden. D.h. morgen, am späten Abend, gibt es wahrscheinlich Tierbilder im Blog - ohne Ende. Vielleicht gelingen ja ein paar optische, animalische Charakterstudien... 

 

 

 

Tag 6 - Unglaublicher Tag im Zoo von Kolmarden

Samstag, 13.08.2016

Wir verlassen Öxelösund und fahren südwärts, ca. 45 Minuten, zum Zoo von Kolmarden.  Es kostet riesige Überwindung, am Eingang 170 Euro Eintritt hinzulegen, aber in jedem Sommerurlaub gibt es bei uns einen speziellen Kindertag, an dem Elias und Juliana ein Highlight erleben dürfen (in den letzten Jahren z.B. die Harry Potter Filmstudios bei London, Besuch des Musicals König der Löwen, usw.).  Umso größer waren die Erwartungen an den größten Zoo Nordeuropas, der ca. 6x so groß ist wie der Zoo Hellabrunn in München. Die Sonne zeigt sich von der besten Seite und es ist sogar mal richtig warm. Das riesige Zoogelände liegt in Hanglage ganz nahe an der Küste und immer wieder erlebt man die einzigartige Aussicht auf die schwedische Schärenwelt. 

Vergleicht man den Zoo mit dem in München oder auch San Diego, fällt einem sofort positiv auf, dass die Gehege riesig sind und vor allem 99% natürlich. Mitten in die urwüchsige Wald-, Wiesen- und Felslandschaft wurden die verschiedenen Themen-Areale eingebettet und so kommt man nicht in diese typische "die tun mir leid- Haltung", das hat uns sehr beeindruckt und unsere schlechtes Gewissen als Zoobesucher sehr beruhigt...also keine grauen Betonflächen...

Da Kolmarden auch für seine Delfinshow bekannt ist, wollten wir sie - trotz der weltweiten Delfindiskussion - auch erleben. Wir haben uns vorher etwas eingelesen und beruhigender Weise herausgefunden, dass die Delfinzucht in Europa auch immer nachhaltiger wird, d.h. dass bereits 50% der Delfine aus eigener Nachzucht stammen und dass die Lebenserwartung der Tiere um Jahre höher liegt als in freier Wildbahn. Hier in Schweden handelt es sich um 8 große Tümmler, die 600000 Besucher im Jahr begeistern. Nachweislich sind in Europa keine Tiere aus Japan in Delfinarien. Dort werden ja Tausende Delfine jedes Jahr abgeschlachtet. 2013 haben die Einwohner der Salomon-Inseln ca. 1600 Delfine nur wegen ihrer Zähne getötet..fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Wie auch immer, wir denken, dass es wichtig ist, mal einen Delfin in Natur zu sehen, denn man kann sich seiner Magie ein Leben lang nicht mehr entziehen, wenn man ihn erst einmal hautnah erlebt hat. So wird auch ein Keim des Naturschutzes in die Köpfe unserer Kinder gepflanzt...und Elias wollte nie Feuerwehrmann werden, aber schon immer Meeresforscher. ? In Kolmarden wurde z.B. herausgefunden, dass Delfine ein doppeltes Echolot zur Orientierung nutzen, eine Tatsache, die nun in  das Soundengineering beim Schiffsbau einfließt.

Zurück zur Show. Sie war indoor, in schummrig blauem Licht mit riesiger Videoleinwand hinter dem Becken und die Atmosphäre der Show war unglaublich mitreißend, trotzdem unaufdringlich. Junge Trainerinnen und Trainer schienen verliebt in ihre Tiere und es wirkte weniger wie Dressur, eher wie ein miteinander Spaß haben, Schwimmen bzw. Spielen. Wir haben die 25  Minuten genossen und wurden verzaubert von der Magie der Tiere...dazu dramatische Musik- und Lichteffekte..wow!

 

Wir besuchen noch die Delfinlagune nebenan, das Übungsgelände der Delfine, wo Lehrvorträge für Kinder und Erwachsene gehalten werden...

Hier nun eine Fotostrecke zu den besten Tierschnappschüssen im gesamten Park...

Da war da noch die Seehundshow...

Nach ca. 2h landen wir im Vergnügungspark des Zoos mit einer nagelneuen 4G-Holzachterbahn, 1 Kinderachterbahn und 1 Riesenschiffsschaukel. Erstere trauen wir uns nicht, letztere werden kurz angetestet...

 

Wenn man dann nach ca. 4h meint, man sei fast durch, komt das eigentliche Highlight, eine fast 3km lange Gondelseilbahn "Safari", die einen ca. 26 Minuten lang über die riesigen Afrika-Gehege gondelt, die man unmöglich erlaufen könnte. Wir genießen hautnah, wie sich unter uns Giraffen, Bär, Löwen und Co tummeln..ein Erlebnis..alle Bilder wurden während der Fahrt mit Tele von oben aus der Gondel aufgenommen..

 

Nach der Safari waren wir in Hochstimmung über diesen gelungenen Zootag. Ja, es hatte sich gelohnt, das hohe Eintrittsgeld zu investieren. Nun schnell zum Parkplatz und auf nach Kisa zu unserem neuen Haus am See. Der Wolkenhimmel ist bedrohlich wie fast alle Tage bisher und die Fahrt in die Abendsonne ist gar nicht so einfach... mehr zur neuen Unterkunft gibt es heute am Abend.

 

 

Tag 7 - Ferien auf Gut Föllingsö

Sonntag, 14.08.2016

Wir sind also endlich in der Heimat von Astrid Lindgren angekommen. Vimmerby, Katthult, Lönneberga und Mariannelund sind nicht weit, im nächsten größeren Ort, Kisa, 2km entfernt, wurde die Film-Pippi Langstrumpf geboren. Wir haben unser Quartier in Föllingsö aufgeschlagen.

Föllingsö,  das 1327 erstmals schriftlich erwähnt wurde, ist ein ehemaliger, gut erhaltener Adelshof. Idyllisch gelegen am See Nedre Föllingen ist er heute noch im Privatbesitz der schwedischen Adelsnachfahren, die diesen Besitz  nie verkaufen dürfen, nur vermieten. So gelangte unsere Vermieterin an dieses Seegrundstück und lebt dort mit Familie und ihren Schwiegereltern. Der linke Flügel ist für Gäste vorgesehen und mit der älteste Teil des gesamten Baus. Da die Vermieter in New York sind, solange wir da sind, haben wir die gesamte Fläche bzw. Infrastruktur zur Verfügung, inkl. Terrasse, Grill, Badesteg, Boot, Angelausrüstung und Rettungswesten. Die gegenüber wohnenden Schwiegereltern haben uns mit frisch gebackenem Apfelkuchen empfangen und sind eine wichtige Hilfe vor Ort. Wir leben in 4 antiken und gleichzeitig modernen, großzügigen Zimmern und erholen uns gut von der 1-Zimmerphase im letzten Häuschen.

Das Wetter spielte in der ersten Tageshälfte mal wieder verrückt und wechselte zwischen Wolkenbrüchen und Sonnenphasen, am Nachmittag wurde es wolkenlos und sommerlich warm. So gingen wir am See spazieren und angelten 3h mit unserem Ruderboot. Leider waren 2 gefangene Rotaugen nicht für den Verzehr geeignet und durften zu Julianas Freude wieder in den See zurück. Der hat übrigens 19 Grad Wassertemperatur...

 

 

Tag 8 - Von blauen Händen und einer langen Seewanderung

Montag, 15.08.2016

Nach dem Städte-/Aktiv-/Bildungsurlaub der ersten Tage in Schweden kommen wir nun langsam herunter und die Erholung steht seit gestern im Vordergrund. So richtig ausgeschlafen lassen wir nach dem Frühstück das Auto erneut einfach links liegen und erkunden die Umgebung am See. An grünen Kuhweiden und alten Steinmauern vorbei betreten wir einen urwüchsigen Mischwald voller Beeren, Farne und Hagebuttensträuchern.

Wie immer in der schwedischen Natur hat man das Gefühl alleine zu sein und so genießen wir den wildromantischen Uferweg durch den Wald. Überall tanzen Schmetterlinge durch den Wind, rechts und links säumen immer wieder Blaubeerfelder unseren Weg. Irgendwann entscheiden wir uns dann tatsächlich mit dem Sammeln zu beginnen und haben nach ca. 1h gerade mal eine mittlere Tupperdose voll zusammen. Trotzdem hat es Spaß gemacht, beinahe meditativ dem Pflücken einzelner Beeren so lange mit der nötigen Geduld nachzugehen. Barbara hat alles dabei, um 1-2 Gläser Blaubeermarmelade hier vor Ort zu machen.

Danach entschließen wir uns leichtsinig den See noch gar zum umrunden, um dann nach 1h Weiterwanderung bergauf, bergab festzustellen, dass wir noch nicht einmal 1/3 geschafft haben. Wir entscheiden uns für einen abenteuerlichen Rückweg über einen Trampelpfad am See, der uns einige wunderbare Ausblicke und Badestellen, am Wegesrand dazu saftige Himbeersträucher zum Naschen vor Ort beschert.

Nach 13546 Schritten, laut Elias Gesundheitsapp, erreichen wir nach insgesamt 4h Wanderung unser Gut Föllingsö wieder, völlig ko, aber happy über unsere geschaffte Tour.

Den restlichen Tag ruhen wir uns aus am See und genießen die Stille hier, die einen tagsüber und vor allem nachts begleitet. Am Abend angeln wir noch eine Runde, kochen Blaubeermarmelade und lassen uns treiben im Farbenspiel des langen schwedischen Sonnenuntergangs an unserem Haus am See...

Tag 9 - Besuch bei Michel in Lönneberga

Dienstag, 16.08.2016

Es ist 21.30 und wir kommen gerade von unserer letzten zweistündigen Angeltour bei Windstille. Ein Rotauge hatten wir in letzter Sekunde noch glücklich am Haken - eine kleine Belohnung fürs lange Warten. Jetzt noch wenigstens ein paar Zeilen...

Heute ging es zunächst in einen großen Nationalpark nahe Vimmerby, wo wir 1h auf "Urwaldpfaden" wandelten (seit dem 19. JH wurde hier nicht von Menschenhand eingegriffen) ... ein besonderer Wald....

Dann ging es zu Michel auf den Katthulthof, der gar nicht in Lönneberga liegt, sondern nahe Vimmerby am Rand eines unscheinbaren Dorfes. Wir werfen nur einen Blick auf Lage, Haus und den berühmten Schuppen und schließen uns den deutschen  Besucherströmen nicht an, die 13 Euro Eintritt zahlen müssen.

Nach 1h Rückfahrt durch das schöne Smaland machen wir noch einen Abendspaziergang auf dem offiziellen Föllingsö Wanderweg, einem Rundweg von 2km. Morgen geht es 5h weiter in den Osten auf die Schäreninsel Bohus Malmön bei Götheborg...am späten Abend werde ich versuchen noch ein kleines Bloglebenszeichen zu geben...hier die letzten Bilder des Tages...

Tag 10 - 5h Fahrt über Eksjö nach Westschweden

Mittwoch, 17.08.2016

Schweren Herzens verlassen wir unseren See im Herzen Schwedens und machen uns auf nach Westschweden. Nach bereits 70km Landstraße, die in Schweden sehr gemütllich mit 80/90 kmh befahren wird, erreichen wir die alte Holzstadt Eksjö, die den letzten Weltkrieg besser überstanden hat, als viele andere schwedische Städte. So gibt es noch einen historischen Kern, der mit netten Geschäften, Cafes und vor allem wunderbaren, oft blumengeschmückten, Innenhöfen lockt.

Wir machen ein paar Schnappschüsse und suchen nach 4 freien Plätzen in einem der Cafes. Wir geben schon fast auf, als wir plötzlich ein unscheinbares  Haus mit einem Schild mit der Aufschrift Backstuga entdecken. Wir gehen hinein und uns geht das Herz auf, als wir merken, dass wir mal wieder ein kulinarisches Kleinod entdeckt haben, wie schon mehrfach in England: ein Kirchencafe, welches von ehrenamtlichen Damen mit hausgemachtem Backwerk, Blaubeersaft und Kaffee versorgt wird. Für nur 85 Kronen (ca. 9 Euro) erhalten wir diverse kleine Köstlichkeiten, 4 Tassen Kaffee (inkl. Nachschenken), 2 Gläser Wasser und 4 Gläser Saft. Und das in dieser netten, antiken Wohnzimmeratmosphäre zwischen nett plaudernden schwedischen Senioren...viel schöner als zwischen den deutschen Touris, die auch Eksjö voll in ihrer Hand haben (scheinbar alle Orte, wo es was zu sehen gibt).

Beschwingt verlassen wir Eksjö und machen uns auf, unsere Insel Bohus Malmön, 150km südlich von Oslo (Norwegen!) zu erreichen. Gegen 19 Uhr kommen wir dort an und nehmen die kostenlose 8-Minuten-Fähre auf die Insel. Unsere Wohnung liegt oberhalb des Hafens in Hanglage, ist frisch renoviert und strahlt in den meerestypischen Faben weiß/blau. Zum Abschuss des Tages erklimmen wir noch die Anhöhe hinter dem Haus um den Sonnenuntergang ein weiteres Mal bewusst mitzunehmen...ein schöner Start hier auf Malmön... 

Die Rottöne waren fantastisch, die Bilder wurden, wie sonst auch, nicht bearbeitet!

Den nächsten Blogeintrag gibt es morgen (Freitag). Bis dahin liebe Grüße auch an Tina, Patricia und Anne und Roland mit herzlichem Dank für ihre netten Kommentare und ihre Begleitung...

Tag 11 - Sommertage auf Malmön + Mond für Tina

Freitag, 19.08.2016

Auf einer wunderbaren schwedischen Schäreninsel sind wir da gelandet. Malmön war früher bekannt für seinen Granit und ist ca. 4km lang und ca. 2km breit. Sie hat nur 250 ständige Einwohner und schwillt auf ca. 3000 in der Hochsaison an. Da wir bereits in der Nachsaison sind, schätzen wir die Anzahl an Touristen wie wir auf weniger als 50 im Moment. Man begegnet sich hier immer wieder, an einem der Badeplätze, im Hafen, im Coop, dem einzigen Laden oder auf einem der Küstenwege. Auch hat nur noch ein Restaurant geöffnet, natürlich am Hafen, wo der Lebensmittelpunkt der Malmöner zu sein scheint. Die Temperaturen sind sehr mild mit 19 bis 22 Grad bis in den Abend hinein, auch wenn es immer wieder bedeckt ist zwischendurch. Gestern am Abend waren wir beim Hafen-Minigolf, morgen am Abend haben wir Konzertkarten für eine Chor- und Opernnacht im lokalen Granitsteinbruch auf der Insel - das wird bestimmt ein Erlebnis! Es spielt ein großes Symphonieorchester von der Oper Göteborg und es singen riesige schwedische Chöre, die immer ein Erlebnis sind, wie wir von unserer letzten Schwedenreise vor 5 Jahren wissen. Unsere Wohnung war ein Glücksgriff, es lebt sich dort wie im Ikea, samt Wintergarten ? Heute ist es sehr warm und sonnig und wir sind ganztägig am Felsenstrand mit Sandbucht...das Wasser ist bei ca. 18 Grad glasklar und es gibt viele Badeeinstiege über Sand, Felsen, Steg oder Treppen. Sommerurlaub in Schweden ist also gut möglich, sogar mit Baden, wie Juliana und Barbara beweisen. Hier die bisherige Fotostrecke zu Bohus Malmön. Wie immer gilt, Bilder (von gestern und heute) sagen mehr als Worte...

 

Tag 12 - Einsame Buchten auf Malmön und Konzert im Steinbruch

Freitag, 19.08.2016

Über Google Maps haben wir entdeckt, dass es vom Hafen aus über einen kleinen Steg noch auf eine direkt angrenzende Insel mit Badeoption geht. Nach nur 5 Minuten leicht  bergauf erreichen wir eine wunderbare Fußballwiese, dahinter tatsächlich eine weitere Badebucht, in der erneut niemand ist. In wunderbarer Stille verbringen wir dort 2h mit Lesen, Spielen im Sand, Krebse fangen und Boote auf dem Meer beobachten.

Heute am Abend  steht das Großereignis an. Das große Konzert im örtlichen Steinbruch, also outdoor, von 19-22 Uhr. Wir haben im Hafen an einem kleinen Ticket-Holzhäuschen 4 günstige Karten erstehen können und werden abends, mit Jacken und Decken bestückt, auf einem der Holzbänkchen im alten Granitsteinbruch Platz nehmen um dem Geschehen zu lauschen. Hier ein Zeitungsausschnitt dazu und ein Foto vom "Konzertsaal".

Morgen fahren wir weiter nach Göteborg, am Montag ganz früh fliegen wir nach Kopenhagen, wo wir 7h in die City fahren werden, bevor der Flug weiter geht nach München. Der letzte Blogeintrag wird morgen in der Nacht sein, mit einem Resumee zu Schweden und ein paar Bildern aus Göteborg....

 

 

Tag 13 - Felsritzungen Tanumshede + Göteborg + Fazit Schweden

Samstag, 20.08.2016

Zunächst ein kleiner Nachtrag zu gestern. Wir haben uns, da es morgens bedeckt war, entschieden, die Insel für ein paar Stunden zu verlassen und haben uns aufgemacht, um 1h nördlich von Malmön, die Bronzezeit-Felsritzungen der Gegend um Tanumshede anzusehen, ein Ausflug, der sich gelohnt hat. Die Felsritzungen befinden sich meist auf großen Granitbodenplatten und sind durch rote Einfärbung sichtbar gemacht worden. Dass sich verwandte oder gleiche Symbole auch in anderen Kulturen (z.B. auf einer alten Moorleiche in Österreich) finden, ist besonders spannend. Das toll aufgemachte Museum von Tanumshede, mit einer nachgebauten Bronzezeitsiedlung, ist der ideale Startpunkt zur Erkundung der diversen, über mehrere Kilometer verstreuten Felsplatten in der Umgebung.

Am Abend stand dann das Konzert an. Es war ein lustiger und beschaulicher Konzertabend mit gelegentlichen Schauern. Wir fühlten uns zwischen all den Malmönern in witzigen Regenschutzoutfits pudelwohl und genossen die etwas rustikale Konzertatmosphäre. Musikalisch war es eher mittelmäßig, da sich der erwartet geniale Schwedenchor als "jeder darf mitsingen" -Truppe entpuppte, die, wie es auf der Homepage hieß, "zu Hause hart geübt hatte" und so klang es dann auch. ?

Trotzdem war es ein wunderbarer Abschluss des Schweden-Urlaubs, den wir wieder sehr genossen haben.

Heute haben wir die schöne Strecke durch die westliche Schärenwelt über Tjörn für unsere Weiterfahrt nach Göteborg gewählt. Dies vor allem, da wir einem wunderbar idyllischen Minicampingplatz auf der kleinen Insel Malö, auf dem wir vor 5 Jahren ein paar erholsame Tage verbracht hatten, noch einen 10 Minuten-Besuch abstatten wollten. Er liegt an einer sehr ruhigen Bucht...die man nur  mit einer der kleinen Fähren erreicht...

Vor der Fahrt zum Flughafenhotel verbringen wir noch eine Stunde im pulsierenden Göteborg. Verkaufsoffen auch am Sonntag gewinnen wir einen Eindruck von Multi-Kulti, gemixt mit Tourismus, edlen Boutiquen, Livemusik und charmanten Nebenstraßen...insgesamt wirkt das Publikum deutlich jünger als in Stockholm...leider bleibt nur ein kurzer Rundumblick...morgen gleiches in Kopenhagen bei 7h Aufenthalt.

Ja, nun ist auch dieser schöne Urlaub vorbei. Zeit ein paar Dinge zu reflektieren...

Was uns so aufgefallen ist in Schweden:

Der Schwede ist gut gelaunt, humorvoll, fährt langsam bzw. defensiv Auto, spricht gut Englisch und wohnt scheinbar typisch europäisch. Er hat sein Schweden-Häuschen aus Holz (auf dem Land zu 80% in rot/weiß), meist mit großem Gartengrundstück drumherum, mag große Terrassen und lauschige Plätzchen zum Sitzen im Garten. Die Häuser, die wir kennengelernt haben, hatten zu 90% Ikeamöbel und waren atmosphäisch sehr nett.

Nun zu den Unterschieden: die Küchen waren meist ohne Wasserkocher, Toaster und Schöpflöffel für Saucen ausgestattet, die Herde hatten 2-3 Herdplatten, die auch gerne mal schwächelten. Lampen und Lämpchen gibt es an den ungewöhnlichsten Orten, jeweils mit ganz individueller Einschalttechnik (toll sind die Steckdosen in der Decke um Deckenlampen einfach einzustecken), über den Esstischen fehlte jedoch oft die Erleuchtung, vor allem beim Abendessen. Unser bestes Bad fanden wir ungwöhnlicher Weise ganz zu Beginn auf dem Schiff. Der Schwede scheint Bäder nicht als gemütlichen Wohnraum anzusehen, vielmehr als funktionale Nasszelle. So ist das Bad meist aus einem Plastikguss und der Ausdruck Duschklo drängt sich fast auf. Abstellregale für Waschsachen findet man nur, wenn man großes Glück hat und die Wasserhähne werden auch gerne mal andersherum aufgedreht. Falls wir einen Fernseher hatten, war der mit maximal 5 funktionierenden, wild verstreuten,  Kanälen programmiert und war inhaltlich zwischen Astro-Tv, lokalem Heimatkanal und BR3 angesiedelt, dazu ein Filmkanal mit US-Filmen und schwedischen Untertiteln. Wifi suchten wir meist vergeblich oder es war nur auf dem Fensterbrett in der Küche empfangbar, auf der Insel war sogar der Handyempfang schwankend, an Wifi war dort gar nicht zu denken. Ich habe den Blog und die Bilder in all den Tagen mit meiner O2-EU-Flat vom Tablet hochgeladen, wenn gerade Empfang war. ? So waren aber auch alle weniger an ihren Geräten..gut so!

Doch gerade mit diesen Eigenheiten hat uns Schweden insgesamt wieder begeistert, gerade mit seiner Gemütlichkeit, mit seiner unperfekten Natürlichkeit, den Kontrasten, von Seeromantik bis hin zu rauhem Inselcharme. Die Wanderwege sind toll angelegt, Museen sehr schön aufbereitet und nicht so überladen. Süße Teilchen und Kaffee zum Nachschenken haben uns zudem wunderbare Nachmittage ermöglicht. Das Essengehen war uns zu viert zu teuer, wir haben uns lieber selbst versorgt, mit frischem Fisch, Gemüse oder Fleisch aus den gut sortierten Supermärkten, die ca. 10-30% teurer sind als bei uns, aber viel günstiger als Restaurants. Die Unterkünfte über Airbnb waren super wie immer. Da gibt es keine bösen Überraschungen, wenn man alle Bewertungen aufmerksam liest und dann gut auswählt...und übrigens - Mücken gab es ganz selten und waren nie ein Problem, auch nicht rund um die Seen! So, das wars jetzt aber wirklich!

Kompliment, wenn Ihr all das gelesen habt! ?

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, uns so nah mit diesem Blog zu folgen. 

Herzlichen Dank für euer Interesse,

liebe Grüße,

Familie Thoma